Die Kamelisenalm im Herbst
Schwarzsee, 2455 m - der höchstgelegene Bergsee in Österreich
Bunker auf dem Weg zum Marchkinkele
Wanderungen im Villgratental auf wunderschönen Steigen

Zwischen dem Villgratental und dem Gsiesertal bilden die Defregger Alpen eine mächtige Grenze. Im Villgratental nennen die Einheimischen dieses Gebirge „Villgrater Berge” und überschritten es, um mit den Gsiesern intensiven Handel zu betreiben. Als „Joch” oder „Lenke” bezeichnen die Villgrater und Gsieser einen Übergang oder ein Törl. Über die „Jöcher” führen daher auch die drei grenzüberschreitenden Wandersteige zwischen Villgratental und Gsiesertal. Jeder der drei Wanderwege ist einem speziellen Thema gewidmet und informieren den Wanderer mit Schautafeln über „Tradition und Brauchtum”, „Bewirtschaftung einst und heute” und das „Schmugglerwesen” zwischen den beiden Tälern.


Tradition und Brauchtumssteig

Der Brauchtumssteig führt von Kalkstein über die Alfenalm in Richtung Toblacher Pfannhorn zur Gruiber Lenke und von dort über das Verselltal nach St. Martin im Gsies. Auf dieser Route erfährt der Wanderer, was das Gsieser Traxlwerk (Holz drechseln) ist, wie Butter und Käse traditionell hergestellt werden, wie ein Kirchtag gefeiert wird und welche Heilkräuter in den Villgrater Bergen zu finden sind. Geklärt wird auch, warum in den Villgrater Bergen so viele Kreuze auf Kuppen und Geländekanten stehen. Es sind Schutzkreuze, die Unwetter und Blitze abwehren sollen. (Gehzeit 4-5 Stunden)


Bewirtschaftung einst und heute

Dieser Pfad oder Steig, wie die Villgrater und Gsieser sagen, führt von der Unterstalleralm über den Schwarzsee (2455 m), den höchsten Bergsee Österreichs, zur Gsieser Lenke. Von dort geht’s bergab durch das Pfoital nach St. Magdalena. Auf diesem Pfad kann man sich anhand der Schautafeln über Almwirtschaft, Bergmahd, Viehhaltung und das Leben der Sennerinnen und Hirten informieren. (Gehzeit ca. 6 Stunden)


Schmugglersteig

Die Schmuggler waren nur über eine kurze Periode in der Geschichte der beiden Talschaften anzutreffen. Grenzen, über die geschmuggelt wurde, gab es nur in zwei Zeitabschnitten, von 1810 bis 1814 und nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Südtirol zu Italien und zwischen dem Gsies und dem Villgratental entstand eine Staatsgrenze. Vom Villgraten ins Gsies wurde vor allem Vieh geschmuggelt, weil dort bessere Preise erzielt werden konnten. Speziell nach den beiden Weltkriegen wurden Lebensmittel, Tabak und Zigaretten geschmuggelt und auf diesem Wege getauscht. Der ehemalige und jetzt wieder in Stand gesetzte Schmugglersteig führt von Kalkstein über die Roßtalalm zum Kalksteiner Jöchl (2326 m) und von dort weiter durch das Tscharniettal nach St. Magdalena. Die Schmuggler hatten anno dazumal wahrscheinlich wenig Muße für den wunderbaren Blick auf Gsies und die zum Greifen nahen Südtiroler und Lienzer Dolomiten. Der Glanzpunkt des Ausblicks sind mit Sicherheit die markanten Drei Zinnen. Carpe diem! (Gehzeit 4-5 Stunden)


Bonner-Höhenweg

Der Bonner Höhenweg verbindet Osttirol mit Südtirol, führt von Toblach nach Innervillgraten und St. Jakob im Defereggental und wurde um die vorletzte Jahrhundertwende angelegt. In der Region Villgraten verläuft der Bonner Höhenweg vom Thurntaler (2497 m) über Hochrast (2436 m) - Gumriaul (2526 m) - Marchkinkele (2545 m) - Toblacher Pfannhorn (2663 m) - Kalksteiner Jöchl (2326 m) Heimwaldjöchl (2644 m) - Schwarzsee (2455 m) zur Ober- und Unterstalleralm (1883 m). Die Bunker entlang des Bonner Höhenweges wurden Ende der 1930er Jahre gebaut. (Gehzeit ca. 8-10 Stunden)


 
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